Logistikhalle des ZITEC in Plattling aus der Luft

Ertragswert-Rechner für Gewerbeimmobilien

Berechnen Sie den vorläufigen Ertragswert einer Halle oder eines Geschäftshauses und sehen Sie, wie stark Zins und Restnutzungsdauer wirken. Eine Orientierung, kein Gutachten.

Foto: SimonWaldherr, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, zugeschnitten

Ertragswert einer Gewerbeimmobilie berechnen

Vorläufiger Ertragswert nach dem Rechenweg der ImmoWertV, vorbelegt mit unserem Beispiel.

Verwaltung, Instandhaltung und Mietausfallwagnis.
Im Gutachten kommt er vom Gutachterausschuss. Hier ist er eine Annahme.
Wie lange das Gebäude voraussichtlich noch wirtschaftlich nutzbar ist.
Jahresrohertrag
Bewirtschaftungskosten
Jahresreinertrag
Bodenwert
Verzinsung des Bodenwerts
Reinertrag des Gebäudes
Vervielfältiger
Ertragswert des Gebäudes
Vorläufiger Ertragswert

Objekt bewerten lassen

Rechnerische Orientierung, kein Gutachten. Es fehlen Marktanpassung, besondere objektspezifische Merkmale und die Prüfung der Eingangsgrößen.

Kurz gesagt: Der Rechner folgt dem Ertragswertverfahren für Gewerbeimmobilien: Aus Miete und Kosten ergibt sich der Reinertrag, davon wird die Verzinsung des Bodens abgezogen, der Rest wird über die Restnutzungsdauer kapitalisiert, und der Bodenwert kommt dazu. Das Ergebnis ist ein vorläufiger Ertragswert, kein Verkehrswert.

So rechnet der Rechner

SchrittRechnungWas dahintersteckt
JahresrohertragMietfläche × Miete je m² × 12Die nachhaltig erzielbare Miete, nicht automatisch die Vertragsmiete.
JahresreinertragRohertrag − BewirtschaftungskostenKosten, die der Eigentümer trägt: Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfallwagnis.
Reinertrag des GebäudesReinertrag − Bodenwert × LiegenschaftszinsDer Boden wird getrennt verzinst, weil er nicht abgenutzt wird.
Vervielfältiger((1 + Zins)^n − 1) ÷ (Zins × (1 + Zins)^n)Der Barwertfaktor für n Jahre Restnutzungsdauer bei gegebenem Liegenschaftszins.
Vorläufiger ErtragswertReinertrag des Gebäudes × Vervielfältiger + BodenwertNoch ohne Marktanpassung und objektspezifische Merkmale.

Ein fiktives Rechenbeispiel

Eine Lagerhalle mit Büroanteil hat 2.400 m² Mietfläche, die Miete beträgt 4,80 € je m² und Monat, das Grundstück hat 6.000 m² bei 45 € Bodenrichtwert. Die Restnutzungsdauer liegt bei 25 Jahren, der Liegenschaftszins bei 6,0 %, die Bewirtschaftungskosten bei 12 %. Daraus ergeben sich ein Rohertrag von 138.240 €, ein Reinertrag von 121.651 €, nach Verzinsung des Bodenwerts von 270.000 € ein Gebäudereinertrag von 105.451 €. Mit dem Vervielfältiger von rund 12,78 ist das Gebäude etwa 1.348.000 € wert, zusammen mit dem Boden etwa 1.618.000 €. Die ausführliche Herleitung steht im Ratgeber Gewerbeimmobilie: Ertragswert-Beispiel. Die Zahlen sind frei gewählt und sagen nichts über Ihr Objekt.

Was der Rechner nicht berücksichtigt

  • Marktanpassung: Das Rechenergebnis wird im Gutachten am Markt geprüft und gegebenenfalls angepasst. Siehe Liegenschaftszins und Marktanpassung.
  • Objektspezifische Merkmale: Instandhaltungsstau, Leerstand, Altlasten, Rechte und Lasten oder eine Vertragsmiete über oder unter der Marktmiete verändern den Wert.
  • Restnutzungsdauer: Sie hängt von Alter, Modernisierungen und Zustand ab, siehe Restnutzungsdauer und Modernisierung.
  • Mietverträge: Laufzeit, Optionen und Staffeln wirken auf den Wert, siehe Gewerbeimmobilie und Mietverträge.
  • Eingangsgrößen: Liegenschaftszins und Miete sind Annahmen. Schon kleine Änderungen verschieben das Ergebnis um mehrere hunderttausend Euro.

Wann ein Gutachten sinnvoll ist

Der Rechner zeigt, wie stark Zins und Restnutzungsdauer wirken. Wenn Sie eine Gewerbeimmobilie kaufen, verkaufen, finanzieren oder übertragen wollen oder wenn eine Bank, ein Gericht oder das Finanzamt einen belastbaren Wert verlangt, braucht es eine Bewertung nach ImmoWertV. Für Behörden und Gerichte erstellen wir ein vollständiges Verkehrswertgutachten; ein Kurzgutachten wird dort nicht akzeptiert. Das Honorar für Gewerbeimmobilien nennen wir als individuelles Angebot. Kennzahlen für den Kauf finden Sie im Kaufpreisfaktor- und Renditerechner. Begriffe erklärt das Lexikon: Ertragswertverfahren, Liegenschaftszins, Vervielfältiger und Restnutzungsdauer.

Häufige Fragen

Ist das Ergebnis ein Verkehrswert?
Nein. Der Rechner liefert einen vorläufigen Ertragswert aus Ihren Eingaben. Der Verkehrswert wird im Gutachten nach ImmoWertV aus Marktdaten abgeleitet und enthält Marktanpassung und objektspezifische Merkmale.
Woher bekomme ich den Liegenschaftszins?
Er wird in der Regel von den Gutachterausschüssen aus Kaufpreisen vergleichbarer Objekte abgeleitet. Im Rechner ist er eine Annahme, mit der Sie die Wirkung ausprobieren können.
Warum wird der Boden getrennt verzinst?
Der Boden nutzt sich nicht ab. Deshalb wird sein Anteil am Reinertrag abgezogen, und nur der Rest des Ertrags wird über die Restnutzungsdauer kapitalisiert. Den Bodenwert addiert man am Ende.
Welche Miete gebe ich ein?
Maßgeblich ist in der Regel die nachhaltig erzielbare, marktübliche Miete. Weicht die Vertragsmiete davon ab, wird der Unterschied im Gutachten gesondert berücksichtigt.
Eignet sich der Rechner für Wohnhäuser oder Hotels?
Nur eingeschränkt. Bei Mehrfamilienhäusern gelten oft andere Ansätze, bei Hotels und Betreiberobjekten kommt es stark auf den Betrieb und Pachtvertrag an.

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Fachlich geprüft von Oliver Nitschke, zertifiziertem Sachverständigen für Immobilienbewertung (DIN EN ISO/IEC 17024). Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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