Wohnhaus mit Mansarddach in München

Immobilien­gutachten für den Pflichtteil

Wer enterbt wurde, hat Anspruch auf den Pflichtteil – und der richtet sich nach dem Wert des Nachlasses. Bei Immobilien entscheidet das Gutachten über viel Geld.

Foto: Rufus46, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, zugeschnitten

Wer enterbt wurde, hat Anspruch auf den Pflichtteil, und der richtet sich nach dem Wert des Nachlasses. Bei Immobilien entscheidet das Gutachten über viel Geld. Wir ermitteln den Wert neutral, rückwirkend zum richtigen Stichtag und nachvollziehbar, für Erben und Pflichtteilsberechtigte.

Warum der Wert so wichtig ist

Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils und wird in Geld ausgezahlt. Gehört eine Immobilie zum Nachlass, hängt die Höhe des Anspruchs direkt von ihrem Wert zum Zeitpunkt des Erbfalls ab (§ 2311 BGB). Erben haben ein Interesse an einem niedrigen, Pflichtteilsberechtigte an einem hohen Wert. Ein neutrales Gutachten schafft eine sachliche Grundlage.

Anspruch auf ein Gutachten

Pflichtteilsberechtigte können vom Erben nicht nur Auskunft über den Nachlass verlangen, sondern auch, dass der Wert von Nachlassgegenständen ermittelt wird (§ 2314 BGB). Die Kosten dafür trägt grundsätzlich der Nachlass. Welche Rechte im Einzelfall bestehen, klärt Ihr Anwalt.

Welcher Stichtag gilt?

Maßgeblich ist grundsätzlich der Todestag des Erblassers. Wir bewerten also rückwirkend, so wie der Markt und die Immobilie zu diesem Tag waren. Spätere Veränderungen, etwa Modernisierungen nach dem Erbfall oder eine Marktentwicklung, bleiben außen vor. Bei Schenkungen zu Lebzeiten (Pflichtteilsergänzung) kann zusätzlich der Zeitpunkt der Schenkung relevant sein. Wie der Stichtag wirkt, beschreibt der Ratgeber Pflichtteil und Immobilie: Welcher Wert gilt?

Was wir für Sie bewerten

  • Häuser, Wohnungen, Grundstücke und Gewerbeimmobilien im Nachlass
  • Rückwirkend zum Todestag des Erblassers
  • Bei Schenkungen zu Lebzeiten zusätzlich zum Zeitpunkt der Schenkung
  • Mit Berücksichtigung von Wohnrechten und Nießbrauch

Für wen wir tätig werden

Für Erben, für Pflichtteilsberechtigte oder, am besten, für beide gemeinsam. Ein gemeinsam beauftragtes Gutachten spart Kosten und verhindert, dass zwei gegensätzliche Parteigutachten gegeneinander stehen. Auf Wunsch stimmen wir uns direkt mit den beteiligten Kanzleien ab, siehe Für Anwälte und Steuerberater.

Verkehrswertgutachten oder Kurzgutachten?

Beim Pflichtteil geht es fast immer um unterschiedliche Interessen. Dann brauchen Sie ein vollständiges Verkehrswertgutachten, das jeder Prüfung standhält; ein Kurzgutachten genügt dafür nicht. Nur wenn sich alle Beteiligten über den Wert einig sind und keine Behörde und kein Gericht ihn prüft, kann ein Kurzgutachten reichen.

Ablauf und Unterlagen

Wir brauchen Grundbuchauszug, Pläne, Angaben zu Modernisierungen und, falls vorhanden, Mietverträge. Da der Erblasser oft nicht mehr befragt werden kann, kennzeichnen wir fehlende Angaben im Gutachten als Annahme. Den Ortstermin vereinbaren wir mit dem Erben oder dem Eigentümer; was dort passiert, beschreibt der Beitrag Der Ortstermin. Das Gutachten liegt in der Regel 3–5 Werktage nach dem Ortstermin vor.

Kosten

Das Honorar richtet sich nach dem Wert der Immobilie: Das Verkehrswertgutachten kostet zwischen 1.580 € (bis 150.000 €) und 3.570 € (bis 1 Mio. €), das Kurzgutachten 1.180 €, jeweils inkl. MwSt. und zzgl. Fahrtkosten. Den Preis erhalten Sie vorab verbindlich. Ihren Preis berechnen Sie im Honorar-Rechner unter Honorar und Preise.

Typische Streitpunkte beim Immobilienwert

StreitpunktWarum er den Wert verändertWie ein Gutachten hilft
StichtagDer Wert am Todestag kann vom heutigen Marktwert abweichenRückwirkende Bewertung auf den maßgeblichen Tag
ZustandSanierungsstau mindert, Modernisierung erhöht den WertZustand zum Stichtag, soweit aus Unterlagen und Besichtigung erkennbar
Wohnrecht oder NießbrauchBelastungen mindern den Wert für den ErwerberGesonderte Bewertung der Rechte
VermietungMieten und Laufzeiten beeinflussen den ErtragswertErtragswertverfahren mit nachhaltiger Miete
Nebengebäude und GrundstücksteileNutzbarkeit und Baurecht sind oft unklarGetrennte Betrachtung der Bestandteile

Gewerbe- und Betriebsimmobilien im Nachlass

Gehört eine Halle, ein Geschäftshaus oder ein Betriebsgrundstück zum Nachlass, kommt es auf Mietverträge, Restlaufzeiten, Sonderausbau und Drittverwendbarkeit an. Wir bewerten die Immobilie, nicht das Unternehmen. Gehört das Gebäude einer Gesellschaft, ist zuerst zu klären, was zum Nachlass zählt; das ist eine Rechtsfrage für Ihren Anwalt oder Steuerberater. Siehe auch Betriebsimmobilie in der Nachfolge bewerten.

Häufige Fragen

Wer bezahlt das Gutachten beim Pflichtteil?
Verlangt der Pflichtteilsberechtigte die Wertermittlung nach § 2314 BGB, trägt grundsätzlich der Nachlass die Kosten. Beauftragt eine Partei ein eigenes Gutachten, zahlt sie es in der Regel selbst.
Reicht ein Kurzgutachten?
Nur für eine rein private Einigung, wenn alle Beteiligten mit dem Wert einverstanden sind. Gegenüber dem Finanzamt reicht ein Kurzgutachten nicht; bei Streit oder vor Gericht sollte es ein vollständiges Verkehrswertgutachten sein.
Welcher Stichtag gilt für den Pflichtteil?
Grundsätzlich der Todestag des Erblassers. Bei Schenkungen zu Lebzeiten kann zusätzlich der Zeitpunkt der Schenkung relevant sein. Das klärt Ihr Anwalt.
Kann ich als Pflichtteilsberechtigter den Erben zum Gutachten zwingen?
Nach § 2314 BGB können Sie verlangen, dass der Wert von Nachlassgegenständen ermittelt wird. Wie das im Einzelfall abläuft, klärt Ihr Anwalt.
Wird ein Wohnrecht im Pflichtteil berücksichtigt?
Ja. Ein Wohnrecht oder Nießbrauch mindert den Wert der Immobilie. Wir beziffern ihn nachvollziehbar im Gutachten.
Können wir das Gutachten gemeinsam beauftragen?
Ja, und wir empfehlen es. Ein gemeinsam beauftragtes Gutachten schafft eine neutrale Grundlage und vermeidet zwei gegensätzliche Parteigutachten.
Kann ich als Pflichtteilsberechtigter selbst ein Gutachten beauftragen?
Sie können ein Privatgutachten beauftragen. Ob der Erbe oder ein Gericht es anerkennt, hängt vom Einzelfall ab. Ein gemeinsam beauftragtes Gutachten verhindert häufig einen Streit um Gutachter.
Wird der Zustand nach dem Erbfall berücksichtigt?
Nein. Maßgeblich ist der Zustand zum Stichtag. Spätere Modernisierungen oder Verfall bleiben außen vor.

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Ratgeber zum Thema: Pflichtteil und Immobilie: Welcher Wert gilt? · Haus geerbt: Was tun, und wann braucht man ein Gutachten?

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