
Lexikon Immobilienbewertung
Fachbegriffe der Immobilienbewertung verständlich erklärt: von Verkehrswert und Bodenrichtwert bis Liegenschaftszins und Restnutzungsdauer.
Foto: Dr. Marcus Gossler, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, zugeschnitten
Fachbegriffe der Immobilienbewertung, kurz und verständlich erklärt, mit Hinweisen aus der Praxis und Verweisen auf passende Ratgeber. Zu jedem Begriff finden Sie verwandte Stichwörter, damit Sie sich entlang Ihrer Frage durcharbeiten können.
Alle Begriffe von A bis Z
- Alterswertminderung
- Altlasten
- Barwert
- Bauerwartungsland
- Baulast
- Beleihungswert
- Bestandsschutz
- Betriebsimmobilie
- Bewirtschaftungskosten
- Bodenrichtwert
- Bodenwert
- Bruttoanfangsrendite
- Bruttogrundfläche
- Drittverwendungsfähigkeit
- Due Diligence
- Entwicklungszustand
- Erbbaurecht
- Erbbauzins
- Erschließungsbeitrag
- Ertragswertverfahren
- Gegengutachten
- Gemeiner Wert
- Gesamtnutzungsdauer
- Gewerbegebiet
- Grundbesitzwert
- Grunddienstbarkeit
- Grundflächenzahl (GRZ)
- Grundschuld
- Gutachterausschuss
- ImmoWertV
- Indexmiete
- Instandhaltungsstau
- Kapitalisierung
- Kaufpreisaufteilung
- Kaufpreisfaktor
- Leerstandsquote
- Liegenschaftszins
- Marktanpassung
- Marktübliche Miete
- Marktwert
- Mietausfallwagnis
- Mieterausbau
- Mietfläche nach gif
- Mietfreie Zeit
- Mietvertragsrestlaufzeit
- Modernisierungsgrad
- Nachlasswert
- Nettoanfangsrendite
- Nießbrauch
- Nutzfläche
- Pacht
- Pflichtteil
- Portfoliobewertung
- Qualitätsstichtag
- Reinertrag
- Restnutzungsdauer
- Rohertrag
- Sachwertfaktor
- Sachwertverfahren
- Sale-and-lease-back
- Share Deal
- Spezialimmobilie
- Staffelmiete
- Teilungsversteigerung
- Umsatzmiete
- Vergleichswertverfahren
- Verkehrswert
- Verlängerungsoption
- Vervielfältiger
- Vorkaufsrecht
- Wegerecht
- Wertermittlungsstichtag
- Wohnfläche
- Wohnrecht
- Zugewinnausgleich
Verfahren und Grundlagen
Beleihungswert
Der Beleihungswert ist der Wert einer Immobilie, den ein Kreditinstitut zur Absicherung eines Darlehens ansetzt.
WeiterlesenBodenrichtwert
Der Bodenrichtwert ist der durchschnittliche Lagewert des Bodens für eine Zone mit weitgehend gleichen Nutzungs- und Wertverhältnissen, angegeben in Euro je Quadratmeter.
WeiterlesenBodenwert
Der Bodenwert ist der Wert eines Grundstücks ohne Berücksichtigung der vorhandenen Gebäude.
WeiterlesenErtragswertverfahren
Das Ertragswertverfahren ermittelt den Verkehrswert aus dem nachhaltig erzielbaren Reinertrag, der über die Restnutzungsdauer kapitalisiert wird, zuzüglich des Bodenwerts.
WeiterlesenGutachterausschuss
Der Gutachterausschuss ist ein unabhängiges Gremium nach §§ 192 ff. BauGB, das Grundstücksmärkte transparent macht.
WeiterlesenImmoWertV
Die ImmoWertV (Immobilienwertermittlungsverordnung) legt bundesweit einheitlich fest, wie der Verkehrswert von Grundstücken ermittelt wird.
WeiterlesenMarktanpassung
Die Marktanpassung ist der Bewertungsschritt, mit dem ein rechnerisch ermittelter vorläufiger Wert an das Preisniveau am Grundstücksmarkt angepasst wird.
WeiterlesenMarktwert
Der Marktwert ist der Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zu einem bestimmten Stichtag zu erzielen wäre.
WeiterlesenQualitätsstichtag
Der Qualitätsstichtag ist der Zeitpunkt, auf den sich der für die Wertermittlung maßgebliche Zustand eines Grundstücks…
WeiterlesenSachwertfaktor
Der Sachwertfaktor ist das Verhältnis ausgewerteter Kaufpreise zu den jeweiligen vorläufigen Sachwerten.
WeiterlesenSachwertverfahren
Das Sachwertverfahren setzt sich aus Bodenwert und dem Sachwert der baulichen Anlagen zusammen, der aus den Herstellungskosten abzüglich Alterswertminderung folgt.
WeiterlesenVergleichswertverfahren
Beim Vergleichswertverfahren wird der Verkehrswert aus Kaufpreisen vergleichbarer Objekte abgeleitet.
WeiterlesenVerkehrswert
Der Verkehrswert ist nach § 194 BauGB der Preis, der zum Stichtag im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zu erzielen wäre…
WeiterlesenWertermittlungsstichtag
Der Wertermittlungsstichtag ist der Zeitpunkt, auf den sich die Wertermittlung bezieht.
WeiterlesenErtrag und Kennzahlen
Barwert
Der Barwert ist der Wert, den künftige Zahlungen zu einem bestimmten Stichtag haben, nachdem sie mit einem Zinssatz abgezinst wurden.
WeiterlesenBewirtschaftungskosten
Bewirtschaftungskosten sind die für eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung laufend entstehenden Kosten, soweit sie nicht umgelegt werden.
WeiterlesenKapitalisierung
Kapitalisierung bezeichnet die Umrechnung eines jährlich wiederkehrenden Ertrags in einen einmaligen Wert zum Stichtag.
WeiterlesenLiegenschaftszins
Der Liegenschaftszins ist der Zinssatz, mit dem sich der Verkehrswert von Grundstücken im Durchschnitt marktüblich verzinst.
WeiterlesenMarktübliche Miete
Die marktübliche Miete ist die Miete, die für eine Immobilie nach Lage, Art, Größe und Ausstattung am Markt bei Neuvermietung nachhaltig erzielbar ist.
WeiterlesenMietausfallwagnis
Das Mietausfallwagnis ist ein Bestandteil der Bewirtschaftungskosten.
WeiterlesenReinertrag
Der Reinertrag ist der jährliche Rohertrag eines Grundstücks abzüglich der Bewirtschaftungskosten.
WeiterlesenRohertrag
Der Rohertrag ist die Summe der bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung nachhaltig erzielbaren jährlichen Erträge aus einem…
WeiterlesenVervielfältiger
Der Vervielfältiger (auch Barwertfaktor oder Rentenbarwertfaktor) ist der Faktor, mit dem ein über die…
WeiterlesenGebäude und Zustand
Alterswertminderung
Die Alterswertminderung ist der Abschlag, mit dem im Sachwertverfahren die Herstellungskosten eines Gebäudes an dessen Alter und Zustand angepasst werden.
WeiterlesenGesamtnutzungsdauer
Die Gesamtnutzungsdauer bezeichnet den Zeitraum, in dem ein Gebäude einer bestimmten Art üblicherweise wirtschaftlich…
WeiterlesenInstandhaltungsstau
Instandhaltungsstau bezeichnet Instandhaltungsmaßnahmen, die fällig wären, aber nicht durchgeführt wurden.
WeiterlesenModernisierungsgrad
Der Modernisierungsgrad ist ein Maß dafür, wie umfassend wesentliche Bauteile und Ausstattungen eines Gebäudes erneuert wurden.
WeiterlesenNutzfläche
Die Nutzfläche ist nach DIN 277 der Teil der Grundflächen eines Gebäudes, der der eigentlichen Nutzung dient, etwa Büro-, Verkaufs- oder Lagerflächen.
WeiterlesenRestnutzungsdauer
Die Restnutzungsdauer ist die Zahl der Jahre, in denen ein Gebäude ab dem Wertermittlungsstichtag bei ordnungsgemäßer…
WeiterlesenWohnfläche
Die Wohnfläche ist die anrechenbare Grundfläche der Räume einer Wohnung.
WeiterlesenRechte und Grundstück
Bauerwartungsland
Bauerwartungsland bezeichnet Flächen, die nach Lage, Eigenschaften und städtebaulicher Entwicklung in absehbarer Zeit…
WeiterlesenBaulast
Eine Baulast ist in den meisten Bundesländern eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung eines Grundstückseigentümers…
WeiterlesenErbbaurecht
Das Erbbaurecht (geregelt im ErbbauRG) ist das veräußerliche und vererbliche Recht, auf einem fremden Grundstück ein Bauwerk zu haben.
WeiterlesenGrunddienstbarkeit
Eine Grunddienstbarkeit (§ 1018 BGB) belastet ein Grundstück zugunsten des jeweiligen Eigentümers eines anderen Grundstücks, etwa als Geh-, Fahr- oder Leitungsrecht.
WeiterlesenGrundschuld
Eine Grundschuld (§ 1191 BGB) belastet ein Grundstück in der Weise, dass an den Berechtigten eine bestimmte Geldsumme aus dem Grundstück zu zahlen ist.
WeiterlesenNießbrauch
Der Nießbrauch (§ 1030 BGB) gibt dem Berechtigten das Recht, die Nutzungen einer Sache zu ziehen, bei einer Immobilie…
WeiterlesenVorkaufsrecht
Ein Vorkaufsrecht berechtigt dazu, ein Grundstück zu kaufen, sobald der Eigentümer es an einen Dritten verkauft hat, und zwar zu den Bedingungen dieses Kaufvertrags.
WeiterlesenWegerecht
Ein Wegerecht erlaubt es, ein fremdes Grundstück zu begehen oder zu befahren, meist um ein anderes Grundstück zu erreichen.
WeiterlesenWohnrecht
Ein Wohnrecht (Wohnungsrecht, § 1093 BGB) berechtigt eine Person, ein Gebäude oder Teile davon unter Ausschluss des Eigentümers als Wohnung zu nutzen.
WeiterlesenSteuer und Anlässe
Gegengutachten
Ein Gegengutachten ist ein Gutachten, das einer vorhandenen Wertermittlung gegenübergestellt wird, etwa einem…
WeiterlesenGemeiner Wert
Der gemeine Wert ist ein Wertbegriff des Bewertungsrechts.
WeiterlesenGrundbesitzwert
Der Grundbesitzwert ist der vom Finanzamt nach dem Bewertungsgesetz festgestellte steuerliche Wert eines Grundstücks, vor allem für die Erbschaft- und Schenkungsteuer.
WeiterlesenKaufpreisaufteilung
Die Kaufpreisaufteilung verteilt den Gesamtkaufpreis einer bebauten Immobilie auf den Anteil für Grund und Boden und den Anteil für das Gebäude.
WeiterlesenNachlasswert
Der Nachlasswert ist der Wert des gesamten Nachlasses, also des Vermögens des Verstorbenen abzüglich seiner Verbindlichkeiten, zu einem bestimmten Stichtag.
WeiterlesenPflichtteil
Der Pflichtteil ist der Geldanspruch naher Angehöriger, die durch Testament oder Erbvertrag von der Erbfolge ausgeschlossen wurden.
WeiterlesenTeilungsversteigerung
Die Teilungsversteigerung ist eine gerichtliche Versteigerung, mit der Miteigentümer eine Gemeinschaft an einer Immobilie aufheben, wenn sie sich nicht einigen.
WeiterlesenZugewinnausgleich
Der Zugewinnausgleich gleicht nach §§ 1373 ff. BGB den Vermögenszuwachs aus, den Ehegatten im Güterstand der Zugewinngemeinschaft während der Ehe erzielt haben.
WeiterlesenGewerbe
Drittverwendungsfähigkeit
Die Drittverwendungsfähigkeit bezeichnet die Eignung einer Immobilie für andere Nutzungen oder Nutzer als den derzeitigen.
WeiterlesenMietvertragsrestlaufzeit
Die Mietvertragsrestlaufzeit ist die Zeit, die ein Mietvertrag bis zum Ende seiner festen Laufzeit noch läuft.
WeiterlesenNettoanfangsrendite
Die Nettoanfangsrendite ist eine Kennzahl aus dem Investmentmarkt.
WeiterlesenBegriffe rund um Gewerbeimmobilien
Staffelmiete
Eine Staffelmiete ist eine im Mietvertrag festgelegte Miete, die zu bestimmten Zeitpunkten um bestimmte Beträge oder Prozentsätze steigt. Sie macht den Ertrag…
WeiterlesenIndexmiete
Eine Indexmiete (auch Wertsicherungsklausel) koppelt die Miete an einen Preisindex, in der Regel den Verbraucherpreisindex. Steigt der Index, steigt die Miete…
WeiterlesenMietfläche nach gif
Die Mietfläche nach gif ist die Fläche einer Gewerbeeinheit, die nach der Richtlinie zur Berechnung der Mietfläche für gewerblichen Raum (MF-G) der gif…
WeiterlesenUmsatzmiete
Bei einer Umsatzmiete wird ein Teil der Miete als Prozentsatz vom Umsatz des Mieters berechnet. Üblich ist sie im Handel, in der Gastronomie und in…
WeiterlesenVerlängerungsoption
Eine Verlängerungsoption gibt dem Mieter das Recht, den Mietvertrag einseitig um einen vereinbarten Zeitraum zu verlängern. Ob er sie nutzt, entscheidet der…
WeiterlesenMietfreie Zeit
Eine mietfreie Zeit ist ein Zeitraum, in dem der Mieter keine oder nur eine verminderte Miete zahlt. Sie gehört zu den Anreizen (Incentives), mit denen…
WeiterlesenMieterausbau
Mieterausbau bezeichnet Umbauten und Ausbauten einer Gewerbefläche, die auf die Bedürfnisse eines bestimmten Mieters zugeschnitten sind, etwa Trennwände…
WeiterlesenLeerstandsquote
Die Leerstandsquote gibt an, welcher Anteil der Fläche eines Objekts oder eines Marktes nicht vermietet ist. Sie wird meist in Prozent der Gesamtfläche…
WeiterlesenSale-and-lease-back
Sale-and-lease-back bedeutet, dass ein Eigentümer seine Immobilie verkauft und sie zugleich vom Käufer zurückmietet. Der Betrieb läuft am gleichen Standort…
WeiterlesenShare Deal
Bei einem Share Deal kauft man Anteile an der Gesellschaft, die die Immobilie hält. Beim Asset Deal kauft man die Immobilie selbst.
WeiterlesenBetriebsimmobilie
Eine Betriebsimmobilie ist ein Gebäude, in dem der Eigentümer seinen eigenen Betrieb führt, zum Beispiel Halle, Werkstatt, Büro oder Gasthof. Sie wird nicht…
WeiterlesenSpezialimmobilie
Eine Spezialimmobilie ist ein Gebäude, das für eine bestimmte Nutzung gebaut wurde und sich nur eingeschränkt anders nutzen lässt, zum Beispiel…
WeiterlesenKaufpreisfaktor
Der Kaufpreisfaktor (auch Vervielfältiger am Markt oder Multiplikator) ist das Verhältnis von Kaufpreis zur Jahresnettokaltmiete. Er sagt, wie viele…
WeiterlesenBruttoanfangsrendite
Die Bruttoanfangsrendite setzt die Jahresnettokaltmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis. Sie zeigt auf einen Blick, wie viel Prozent des Preises im ersten Jahr…
WeiterlesenBruttogrundfläche
Die Bruttogrundfläche (BGF) ist die Summe der Grundflächen aller Grundrissebenen eines Gebäudes, gemessen an den Außenmaßen. Sie ist in der DIN 277 definiert.
WeiterlesenErbbauzins
Der Erbbauzins ist das regelmäßige Entgelt, das der Erbbauberechtigte an den Grundstückseigentümer für die Einräumung des Erbbaurechts zahlt.
WeiterlesenGrundflächenzahl (GRZ)
Die Grundflächenzahl (GRZ) gibt an, wie viel Quadratmeter Grundfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche überbaut werden dürfen. Eine GRZ von 0,6 bedeutet: 60 %…
WeiterlesenGewerbegebiet
Ein Gewerbegebiet (GE) dient der Unterbringung von nicht erheblich belästigenden Gewerbebetrieben. Ein Industriegebiet (GI) ist für Betriebe vorgesehen, die in…
WeiterlesenBestandsschutz
Bestandsschutz bedeutet, dass ein rechtmäßig errichtetes Gebäude und seine genehmigte Nutzung weiter bestehen dürfen, auch wenn das spätere Baurecht sie so…
WeiterlesenErschließungsbeitrag
Der Erschließungsbeitrag ist ein Beitrag, den die Gemeinde von Grundstückseigentümern für die erstmalige Herstellung von Erschließungsanlagen verlangen kann…
WeiterlesenAltlasten
Altlasten sind Bodenverunreinigungen oder Ablagerungen aus früherer Nutzung, von denen Gefahren für Menschen oder Umwelt ausgehen können. Typisch sind…
WeiterlesenEntwicklungszustand
Der Entwicklungszustand beschreibt nach der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV), wie weit ein Grundstück baurechtlich und tatsächlich entwickelt…
WeiterlesenPacht
Bei der Pacht überlässt der Verpächter dem Pächter ein Objekt zum Gebrauch und zum Genuss der Erträge. Der Pächter zahlt dafür den Pachtzins (§ 581 BGB). Die…
WeiterlesenDue Diligence
Die Due Diligence ist die sorgfältige Prüfung einer Immobilie oder eines Portfolios vor dem Kauf. Sie deckt rechtliche, technische, wirtschaftliche und…
WeiterlesenPortfoliobewertung
Eine Portfoliobewertung ermittelt den Wert mehrerer Immobilien zu einem einheitlichen Stichtag, meist für Fonds, Unternehmen, Banken oder Erbengemeinschaften.
WeiterlesenWelches Gutachten Sie brauchen, klären wir gemeinsam.
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