In einem Insolvenzverfahren muss schnell klar sein, was Immobilien wert sind: für die Verwertung, für die Gläubiger und für die Entscheidung zwischen Verkauf und Versteigerung. Wir liefern kurzfristig ein belastbares Gutachten, für Insolvenzverwalter, Banken, Gläubiger und Schuldner in ganz Bayern.
Für Insolvenzverwalter
Gehören Immobilien zur Insolvenzmasse, braucht der Verwalter eine belastbare Grundlage für die Verwertung. Das Gutachten zeigt, welcher Erlös bei einem freihändigen Verkauf realistisch ist, und hilft bei der Entscheidung, ob ein Verkauf oder eine Zwangsversteigerung für die Masse günstiger ist. Wir liefern kurzfristig und dokumentieren nachvollziehbar, auch gegenüber Gläubigerausschuss und Gericht.
Für Banken und Gläubiger
Grundpfandgläubiger wollen wissen, was ihre Sicherheit tatsächlich wert ist und welcher Erlös zu erwarten ist. Ein unabhängiges Gutachten ist die Grundlage für Verhandlungen mit dem Verwalter oder die Entscheidung über eigene Verwertungsschritte.
Für Schuldner und Eigentümer
Auch wer selbst betroffen ist, profitiert von einem realistischen Wert, etwa um einen Verkauf unter Wert zu verhindern oder einen Freikauf der Immobilie aus der Masse durch Angehörige vorzubereiten.
Was wir bewerten
- Gewerbeimmobilien: Hallen, Produktionsstätten, Büro- und Geschäftshäuser
- Wohnimmobilien: Häuser, Wohnungen, Mehrfamilienhäuser
- Grundstücke, auch mit Altlastenverdacht oder unklarer Nutzung
- Marktübliche Mieten und Pachten für laufende Mietverhältnisse
Unsere Erfahrung im gewerblichen Immobilienmarkt hilft, den tatsächlichen Verwertungsmarkt realistisch einzuschätzen. Eine Immobilie, die wir bewerten, vermitteln wir nicht.
Besonderheiten in der Insolvenz
- Zeitdruck: Wir vereinbaren den Ortstermin kurzfristig und liefern zügig.
- Eingeschränkter Zugang: Ist das Objekt nicht zugänglich, bewerten wir nach Außenbesichtigung und dokumentieren die Einschränkungen offen im Gutachten.
- Rechte und Lasten: Grundschulden, Wohnrechte und Mietverträge beeinflussen den Erlös. Wir weisen sie im Gutachten aus.
- Verwertungsweg: Wir vergleichen, was ein freihändiger Verkauf und was eine Versteigerung erwarten lassen. Hintergründe zur Versteigerung stehen unter Zwangsversteigerung.
Verkehrswertgutachten oder Kurzgutachten?
In der Insolvenz wird der Wert gegenüber Gläubigern, Gericht und Gläubigerausschuss verwendet. Dafür brauchen Sie ein vollständiges Verkehrswertgutachten. Ein Kurzgutachten dient nur der privaten Orientierung und genügt dafür nicht.
So läuft die Bewertung ab
- Sie schildern uns Objekt und Zweck, wir erstellen ein verbindliches Angebot.
- Wir vereinbaren den Ortstermin, meist innerhalb weniger Tage. Was dort passiert, beschreibt der Beitrag Der Ortstermin.
- Wir werten Mietverträge, Unterlagen, Grundbuch und Marktdaten aus.
- Sie erhalten das schriftliche Gutachten, in der Regel 3–5 Werktage nach dem Ortstermin, sobald alle Unterlagen vorliegen.
Kosten
Das Honorar richtet sich nach dem Wert der Immobilie: Das Verkehrswertgutachten kostet zwischen 1.580 € (bis 150.000 €) und 3.570 € (bis 1 Mio. €), das Kurzgutachten 1.180 €, jeweils inkl. MwSt. und zzgl. Fahrtkosten. Den Preis erhalten Sie vorab verbindlich. Für Wohnimmobilien gelten die festen Preisstufen, für Gewerbeimmobilien erstellen wir ein individuelles Angebot. Ihren Preis berechnen Sie im Honorar-Rechner unter Honorar und Preise.
Gewerbeimmobilien in der Insolvenz
Bei Gewerbeobjekten ist die Lage komplizierter als bei einem Wohnhaus. Häufig gehört die Halle oder das Bürogebäude einer Immobilien- oder Besitzgesellschaft, während der Betrieb in einer anderen Gesellschaft läuft; fällt eine von beiden aus, hängt die andere an den Folgen. Laufende Mietverträge, Sonderausbauten für den bisherigen Nutzer und mögliche Altlasten wirken direkt auf den Erlös. Wir bewerten die Immobilie, nicht das Unternehmen, und zeigen, was ein Erwerber am Markt realistisch bezahlen würde.
| Frage | Was wir prüfen | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Wer nutzt das Objekt? | Mietverträge, Laufzeiten, Mietrückstände, Eigennutzung durch den Betrieb | Bestehende Mietverhältnisse prägen den Ertrag und die Verwertbarkeit |
| Wie spezifisch ist der Ausbau? | Hallenhöhe, Krananlagen, Sonderflächen, Brandschutz, Anlagen | Je spezieller, desto kleiner der Kreis möglicher Nachnutzer |
| Welche Rechte und Lasten bestehen? | Grundbuch, Dienstbarkeiten, Baulasten, Grundschulden | Sie mindern den Wert oder binden einen Erwerber |
| Gibt es Hinweise auf Altlasten? | Vorliegende Unterlagen, Kataster-Auskunft | Hinweise führen zu Annahmen oder Vorbehalten im Gutachten |
| Wie lange dauert eine Verwertung? | Marktlage, Nachfrage, Objektgröße | Leerstand und Haltekosten gehen in die Betrachtung ein |
Unterlagen, die Verwalter bereithalten können
- Grundbuchauszug und Teilungserklärung bzw. Flurkarte
- Baugenehmigungen, Pläne und Flächenberechnungen
- Mietverträge mit allen Nachträgen und Mieterliste
- Nebenkostenabrechnungen und Nachweise über Investitionen
- Hinweise zu Altlasten, Brandschutz und behördlichen Auflagen
Fehlt etwas, bewerten wir mit offen genannten Annahmen und fordern Bauakte und Auskünfte selbst an. Eine Bodenuntersuchung führen wir nicht durch. Zur Struktur von Mietverträgen siehe Gewerbeimmobilie und Mietverträge, zum Thema Leerstand Gewerbeimmobilie mit Leerstand bewerten.
Weiterführend: Mieterinsolvenz und Mietausfall.
